Energieausweis und Sanierung: Modernisierungsempfehlungen nutzen
Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis sinnvoll nutzen: Unterschied zum individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), typische Maßnahmen wie Dämmung, Fenster und Heizung sowie ihre Wirkung auf die Effizienzklasse.
Ein Energieausweis bewertet nicht nur den energetischen Zustand eines Gebäudes, er gibt auch konkrete Hinweise, wie sich dieser verbessern lässt. Diese sogenannten Modernisierungsempfehlungen werden oft übersehen, sind aber ein wertvoller Einstieg in die Sanierungsplanung. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie die Empfehlungen nutzen, wie sie sich vom individuellen Sanierungsfahrplan abgrenzen und welche Maßnahmen die Effizienzklasse verbessern.
Was die Modernisierungsempfehlungen enthalten
Nach dem GEG 2024 enthält der Energieausweis, sofern technisch sinnvoll, Vorschläge für kostengünstige Verbesserungen der Energieeffizienz. Diese Empfehlungen sind:
- unverbindlich: Sie müssen keine der genannten Maßnahmen umsetzen.
- überblicksartig: Sie nennen sinnvolle Ansatzpunkte, ersetzen aber keine Detailplanung.
- kostenlos enthalten: Sie sind fester Bestandteil des Ausweises, ohne Aufpreis.
Die Modernisierungsempfehlungen sind kein verbindlicher Plan, sondern ein erster fachlicher Wegweiser für mehr Effizienz.
So nutzen Sie die Empfehlungen als Einstieg
Die Empfehlungen eignen sich gut, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, bevor Sie Fachbetriebe oder eine Energieberatung einbinden. Sinnvoll ist folgendes Vorgehen:
- Lesen Sie die im Ausweis genannten Maßnahmen und ordnen Sie sie nach Aufwand und erwartetem Nutzen.
- Prüfen Sie, welche Maßnahmen ohnehin anstehen, etwa eine fällige Heizungserneuerung.
- Holen Sie für interessante Punkte konkrete Angebote oder eine fachliche Detailberatung ein.
Begriffe wie Primärenergie oder Effizienzklasse, die Ihnen dabei begegnen, erklären wir verständlich im Glossar. Wenn Sie noch keinen aktuellen Ausweis haben, können Sie diesen einfach online erstellen und erhalten die Empfehlungen direkt im Dokument.
Abgrenzung zum individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)
Wichtig zu wissen: Die Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis ersetzen keinen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Der iSFP ist ein eigenständiges, gefördertes Beratungsinstrument, das eine zugelassene Energieberatung erstellt.
| Merkmal | Modernisierungsempfehlung | iSFP | | --- | --- | --- | | Umfang | knappe Hinweise | ausführlicher Schritt-für-Schritt-Plan | | Detailtiefe | überblicksartig | objektgenau berechnet | | Erstellung | Teil des Ausweises | separate Beratungsleistung |
Wer eine größere Sanierung plant, sollte die Empfehlungen aus dem Ausweis daher als Ausgangspunkt verstehen und für die konkrete Umsetzung einen iSFP in Betracht ziehen.
Typische Maßnahmen und ihre Wirkung auf die Effizienzklasse
Die Effizienzklasse nach GEG §86 reicht von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient). Gezielte Maßnahmen können das Gebäude eine oder mehrere Klassen nach oben bringen. Zu den wirksamsten gehören:
- Dämmung: Eine bessere Dämmung von Dach, Fassade oder Kellerdecke senkt Wärmeverluste deutlich und ist häufig die Grundlage weiterer Schritte.
- Fenster: Der Austausch alter Fenster gegen moderne Wärmeschutzverglasung reduziert Verluste und verbessert den Komfort.
- Heizung: Eine moderne, effiziente Heizung, idealerweise auf Basis erneuerbarer Energien, wirkt sich stark auf Endenergie und Primärenergie aus.
In welchem Maß eine Maßnahme die Klasse beeinflusst, hängt immer vom Ausgangszustand und dem Zusammenspiel der Bauteile ab. Eine Heizungserneuerung in Kombination mit besserer Dämmung erzielt meist einen größeren Sprung als eine Einzelmaßnahme.
Wie wir Berechnung und Klassenzuordnung sauber umsetzen, erläutern wir auf der Seite zur Qualität. Weitere Antworten finden Sie in den häufigen Fragen. Ihren amtlich beim DIBt registrierten Ausweis mit Modernisierungsempfehlungen erhalten Sie bei uns zum Festpreis und ohne Vor-Ort-Termin.
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