Energieeffizienzklassen A+ bis H einfach erklärt
Energieeffizienzklassen nach GEG §86 verständlich erklärt: Was die Skala A+ bis H bedeutet, wie der Endenergiebedarf je Quadratmeter eingeordnet wird und wie Sie die Klasse verbessern.
Was die Effizienzklasse überhaupt aussagt
Jeder Energieausweis nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) zeigt eine farbige Skala mit Buchstaben. Diese Energieeffizienzklasse ordnet ein Gebäude auf einen Blick ein: Wie viel Energie verbraucht es im Verhältnis zu seiner Fläche? Maßgeblich ist dabei der Endenergiekennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a). Je niedriger dieser Wert, desto besser die Klasse.
Wichtig zu wissen: In Deutschland gilt seit dem GEG die Skala nach §86, die von A+ bis H reicht. Es gibt also kein A++, und H steht für die schlechteste Einstufung. Andere Skalen, etwa das österreichische System, sind hier nicht anwendbar.
Die Skala von A+ bis H
Die Klassen sind feste Wertebereiche. Vereinfacht lässt sich die Skala so lesen:
- A+ und A: sehr effiziente Gebäude, meist Neubauten oder umfassend sanierte Häuser
- B und C: moderner, gut gedämmter Bestand
- D und E: durchschnittlicher Bestand, oft teilsaniert
- F und G: spürbarer Sanierungsbedarf, höhere Heizkosten
- H: sehr hoher Energieverbrauch, deutlicher Handlungsbedarf
Die Effizienzklasse ist kein Urteil über Ihr Zuhause, sondern eine sachliche Orientierung. Sie hilft Käufern, Mietern und Eigentümern, den energetischen Zustand einzuschätzen.
Ein praktisches Beispiel
Ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren landet häufig im Bereich F oder G. Wird dieses Haus mit einer neuen Dämmung und einer modernen Heizung ausgestattet, kann es sich auf C oder besser verbessern. Der Endenergiekennwert sinkt dann deutlich, was sich direkt in niedrigeren Heizkosten widerspiegelt. Die genaue Klasse hängt immer vom konkreten Gebäude ab und wird auf Basis Ihrer Daten berechnet, nicht geschätzt.
Warum die Klasse in der Immobilienanzeige steht
Wer eine Wohnung oder ein Haus verkauft oder vermietet, muss in der Immobilienanzeige Pflichtangaben aus dem Energieausweis machen. Dazu gehört unter anderem die Energieeffizienzklasse. Fehlt diese Angabe, drohen Bußgelder. Ein gültiger Ausweis ist also nicht nur Information, sondern rechtliche Voraussetzung. Mehr dazu finden Sie in unseren häufigen Fragen.
Für Interessenten ist die Klasse ein schneller Vergleichsmaßstab. Zwei ähnliche Häuser mit den Klassen C und G unterscheiden sich erheblich bei den laufenden Energiekosten, und genau das fließt heute oft in die Kaufentscheidung ein.
Wie Sie die Effizienzklasse verbessern
Eine bessere Klasse erreichen Sie, indem Sie den Energieverbrauch des Gebäudes senken. Die wirkungsvollsten Hebel sind:
- Dämmung der Gebäudehülle: Fassade, Dach und oberste Geschossdecke reduzieren Wärmeverluste erheblich.
- Moderne Heizung: Der Wechsel zu einer Wärmepumpe oder einer effizienten Anlage senkt den Energiebedarf spürbar.
- Fenster und Türen: Aktuelle Verglasung verringert Zugluft und Wärmeverlust.
- Lüftung mit Wärmerückgewinnung: gewinnt Wärme aus der Abluft zurück.
Schon einzelne Maßnahmen können das Gebäude eine oder mehrere Klassen nach oben bewegen. Begriffe wie Endenergie und Primärenergie erklären wir im Glossar genauer.
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